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Autoreninterview mit Jonah Herbst

Aktualisiert: März 2

Fangen wir mit etwas leichtem an, stell dich doch einfach mal in 5 Sätzen vor.

Ich bin ein Ostseekind und lebe auch noch immer an der Ostsee. Hier ist mein Zuhause! Ich denke, ich bin ein sehr vielseitiger Mensch. Neben meinem „Brotjob“ und dem Schreiben mache ich viel Sport, – Joggen, Kraftsport und Kontaktkampf –, ich spiele Klavier, lese, stricke, häkele, fotografiere, pflege meinen kleinen Garten und bin super gern unterwegs. Ich liebe das Reisen, und ein großes Ziel von mir ist eine Alpenüberquerung zu Fuß! Wie bist du auf die Idee gekommen, die schlussendlich zu *Vermisst bzw. Gesucht in Berlin* führte? Das hat schon früh angefangen. Ich habe mir lange Zeit mit meinem Zwillingsbruder ein Zimmer geteilt. Und schon als kleine Kinder haben wir abends, wenn wir eigentlich schlafen sollten, unsere eigenen Geschichten um Vampire gesponnen. Über die Jahrzehnte entwickelten sich die Geschichten in meinem Kopf weiter – bis hin zu meinen heutigen Vampiren. Wann war für dich der Zeitpunkt gekommen, aus einem Hobby heraus professionell zu schreiben? Das hat wirklich nicht lange gedauert. Zuerst wollte ich mein angefangenes Manuskript, das ich durch Zufall auf dem PC gefunden hatte, einfach aus Spaß zu Ende schreiben. Mit der Idee, es zu veröffentlichen, kam dann natürlich auch der Anspruch für meine Leser, ein qualitativ hochwertiges Werk zu schaffen. Ab dem Moment habe ich mich intensiv mit dem Schreiben und mit der Entwicklung eines Romans beschäftigt. Der zweite Band „Gesucht in Berlin“ entstand dann natürlich von Anfang an nach den „Regeln der Kunst“. Übst du hauptberuflich einen weiteren Job aus? Ja, natürlich. Ich habe mich als Psychotherapeutin in eigener Praxis niedergelassen. Menschen dabei zu helfen, sich wieder ein wertvolles Leben zu schaffen, macht mir sehr viel Spaß, und auch wenn ich das Schreiben für mich entdeckt habe, würde ich meine hauptberufliche Arbeit nie aufgeben. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, irgendwann ein bisschen weniger zu arbeiten, um mehr Zeit für das Schreiben zu haben. ;-)

Wie sehr hat sich dein Leben nach der Veröffentlichung deines ersten Buches geändert? Gar nicht. ;-) Das war auch nie mein Ziel. Ich möchte, dass meine Bücher die Leser erreichen, – natürlich. Aber viel Trubel oder große Veränderungen wünsche ich mir nicht. Jetzt, da auch mein zweites Buch fertig ist, werde ich meine Werke etwas stärker bewerben. Und dann hoffe ich natürlich, dass ich damit noch mehr Lesern ganz tolle Lesestunden bescheren kann! Wie sieht dein Alltag aus? Du musst doch sicherlich einiges unter einen Hut bekommen? Oh ja… Das war während der letzten zweieinhalb Jahre tatsächlich die größte Herausforderung: das Schreiben mit der Arbeit in Vollzeit, meinem Mann, dem Kind, Ausflügen, meinem Sport, den Hobbys, Haus, Hof und Garten in Einklang zu bringen. Ein Kraftakt, der nicht immer gut funktioniert hat. Oft musste ich große Abstriche machen und mich durchbeißen. Da ich aber immer für meine Bücher gebrannt habe, habe ich das sehr, sehr gern in Kauf genommen! Wie sieht deine Zukunftsplanung aus? Können wir uns auf Neuerscheinungen freuen? Ja, ich denke schon! ;-) Momentan fokussiere ich mich etwas mehr auf das Marketing meiner beiden bisherigen Bücher. Aber ich vermute mal, dass mein Kopf es ohne die kreative Arbeit nicht allzu lange aushalten wird! Auch wenn ich noch keinen konkreten Zeitpunkt nennen kann, wird die Story um meine Vampire sicher weitergehen! Was hat dich 2020 gelehrt? In erster Linie, wie wichtig doch unser Alltag ist. Corona hat uns gezeigt, wie wertvoll es ist, zur Arbeit gehen zu dürfen, sich in ein Café zu setzen oder mit anderen Menschen Sport zu treiben. Dinge, die wir immer für selbstverständlich erachtet haben, werden nun zu einem hohen Gut. Ich hoffe, dass wir das nach der Pandemie ganz, ganz lange wertschätzen werden! Deine schönste Erinnerung aus 2020? 2020 war das Jahr, in dem ich die meisten Rückmeldungen meiner Leser zu „Vermisst in Berlin“ und später auch zu „Gesucht in Berlin“ bekommen habe. Ich erinnere mich an die Situationen, in denen ich so unglaublich glücklich war, wenn mir Leser berichtet haben, dass sie meine Bücher verschlungen haben. In solchen Momenten fühle ich, dass sich all meine Arbeit, die Mühe, die Zeit und die Energie gelohnt haben! Welchen deiner Charaktere würdest du gerne mal begegnen? Ich würde den ganzen Trupp total gern mal treffen! Die Vampire Silvana, Mirco und Tom natürlich, – aber auch Jan als Mensch würde mich faszinieren. Einmal mit ihnen durch Berlin streifen, sie noch besser kennenlernen, zusammen mit ihnen erzählen, lachen und einen Abend mit ihnen verbringen – das wäre totaaal toll! Was ist das verrückteste was du jemals getan hast? Oh, ich bin eigentlich gar nicht so der Typ für verrückte Dinge! :-D Aber es war total spannend, als ich während der Studienzeit zusammen mit einem Kumpel aus der Uni für meinen Freund Fotos geschossen habe – in jeder Jahreszeit eine Serie. Dafür habe ich mich – der Kälte zum Trotz – mitten in den Schnee gelegt, wir sind zu alten Lost Places gefahren oder haben im Sommer bei Sonnenuntergang am Meer geshootet. Das waren ganz besondere und zauberhafte Momente! Auch mein Recherchewochenende in Berlin hat mir ganz wundervolle Tage geschenkt, von denen ich noch heute träume und schwärme. Mal ohne Mann und Kind durch Berlin tigern, sich all die Schauplätze des eigenen Buches angucken – und nachts um 1 Uhr allein über die gefährlichsten Plätze Berlins gehen. Okay. Das war vielleicht doch ein wenig verrückt! ;-) Hast du ein literarisches Vorbild? Früher war es definitiv Wolfgang Hohlbein. Ich habe unzählige Bücher (natürlich, besonders die Vampirromane) von ihm verschlungen. Leider hat die Qualität seiner Werke mit den Jahren nachgelassen. Das ist schade. Heute lasse ich mich von ganz vielen verschiedenen Autoren inspirieren. Zu welcher Zeit schreibst du am liebsten? Am liebsten schreibe ich vormittags, – wenn ich allein zu Hause bin und meine Ruhe habe. Schön mit einem Kaffee neben mir. Leider sind solche Momente selten, weswegen ich dann doch meistens abends im Feierabend an meinen Büchern arbeite. Welches Buch würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Geht auch eine Serie? :-D Dann wären es die Bücher von Harry Potter. Da hat man viiieeel Lesestoff und eine tolle Welt, in die man sich versenken kann! Welcher Jahreszeitentyp bist du? Sommer, Sommer, Sommer!!! Ich liebe die Wärme der Sonne auf meiner Haut, das Draußensein, ohne von den Klamotten erdrückt zu werden. Ich mag das Grün der Bäume, die Blumen im Urlaub die Welt zu entdecken, die Stimmung an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse, den Vögeln zuhören und sooo vieles mehr! Hand aufs Herz. Was hasst du am Autorenleben? Ich würde es nicht als „hassen“ bezeichnen, aber als Selfpublisher ist das Marketing eine echt große Herausforderung. Man muss sich unglaublich stark einlesen und einarbeiten – und man braucht Mut, um das Risiko der Werbung einzugehen, Geld in die Hand zu nehmen, ohne zu wissen, ob am Ende der gewünschte Erfolg eintritt. Dafür wäre ein Verlag sehr, sehr hilfreich, – aber auch noch lange kein Garant auf Erfolg.

Was möchtest du deinen Lesern mit auf dem Weg geben? Während der mitunter harten Arbeit an meinen Büchern habe ich mich oft mit einem Zitat von Kontra K motiviert: „Erfolg ist kein Glück, sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen. Das Leben zahlt alles mal zurück.“ Heißt, wenn euch etwas wichtig ist, dann kämpft dafür, lasst euch nicht davon abhalten, bleibt dran und beißt euch durch! Es lohnt sich! Und auch wenn am Ende vielleicht nicht der wahnsinnige Erfolg eintritt, seid ihr doch über euch hinausgewachsen und könnt sehr, sehr stolz auf euch sein. Und: Verliert niemals die Lust am Lesen!


Gerne verlinke ich dir Jonahs Bücher:

Vermisst in Berlin*

Gesucht in Berlin*

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