• Maxi✨Buchsinn

Autoreninterview mit Claudia Giesdorf


Fangen wir mit etwas Leichtem an, stell dich doch einfach mal in 5 Sätzen vor.

Das nennst du leicht? Ich schreibe für gewöhnlich Bücher mit 300-400 Seiten, ich kann mich nicht kurzfassen 😉 Ich heiße Claudia Giesdorf, lebe mit Mann, Kind und Katzen in Berlin. Unter meinem Pseudonym, Jana Herbst, habe ich Romance – Bücher geschrieben und unter meinem Namen Thriller. Ich liebe Sprache, weswegen es mir auch in den Thrillern wichtig ist, schöne Ausdrucksweisen zu finden.


Wie kommst du auf die Ideen, die schlussendlich zu deinen Büchern führen?

Unterschiedlich. Manchmal lese ich etwas, das mich inspiriert, manchmal ist es etwas, das ich selbst erlebt habe. Bei meinem ersten Thriller war es ein Traum, den ich hatte, es können aber auch Filmsequenzen, Zeitungsartikel oder Posts im Internet sein.


Wann war für dich der Zeitpunkt gekommen, aus einem Hobby heraus professionell zu schreiben?

Ich habe tatsächlich noch nie hobbymäßig geschrieben, ich wollte schon immer schreiben und publizieren 😊


Übst du hauptberuflich einen weiteren Job aus?

Nein.


Wie sehr hat sich dein Leben nach der Veröffentlichung deines ersten Buches geändert?

Null!

Mein erstes Buch erschien bei einem digitalen Label eines großen Verlages. Es kam zwar weit nach oben in die Amazoncharts, aber da es eine 99 Cent Aktion war, blieb quasi nichts für mich übrig. Ich war gefrustet, dachte aber, dass ich nur hartnäckig bleiben müsste und habe noch zwei weitere Bücher dort publiziert. Letztendlich habe ich dann einen Cut gemacht. Ich habe dem digitalen Label und dem Genre "Romance" den Rücken gekehrt. Zu dieser Zeit ging es mir nicht gut und ich war verzweifelt, meinen Traum vom Schreiben nie realisieren zu können. Diese Verzweiflung und meine Stimmung sind in das Buch geflossen und haben es düster, aber auch authentisch gemacht.

Ich habe Seelenschnitte damals in der Erwartung hochgeladen, dass es ganz automatisch erfolgreich sein würde, aber es floppte. Da ich aber Lektorat und Cover bezahlt hatte, musste ich die Kosten irgendwie wieder reinspielen. Also habe ich den Preis reduziert und (auf einen Tipp hin) Werbung geschalten und das Buch kam in die Top 100 bei Amazon. Plötzlich bekam ich super viel Feedback, in Form von Rezensionen und tatsächlich auch privaten Nachrichten. Das hat mich angespornt ein weiteres Buch zu schreiben, das dann Bestseller bei Amazon war, auf der Longlist vom Selfpublishing Buchpreis stand und von Weltbild exklusiv unter Vertrag genommen wurde. Mein Leben hat sich nach der Veröffentlichung des ersten Buches nicht durch dessen Erfolg verändert, sondern das "Scheitern" hat mich verändert. Ich wollte es nun ganz unbedingt schaffen.


Wie sieht dein Alltag aus? Du musst doch sicherlich einiges unter einen Hut bekommen?

Ich sag es wie es ist: Die letzten Wochen und Monate waren ein Albtraum. Durch Corona hatte ich kaum bis gar keine Betreuung für meine Tochter und musste Homeschooling, Entertainment und Schreiben schaffen. Das war sehr kräftezehrend und hat vor allem meinen Schreibprozess verändert. Normalerweise stehe ich morgens um 6.00 Uhr auf, mache mein Kind fertig und beginne dann zu arbeiten. Wenn die Schule/Hort aus ist, mache ich Feierabend und setze mich gegen Nachmittag vielleicht noch einmal an Emails. Je nachdem, ob ich Mamataxi spielen muss oder nicht. Durch Corona musste ich viel nachts arbeiten, tagsüber Lehrerin sein, für meine Tochter da sein, die nach 1,5 Jahren zu Hause auch keine Beschäftigung mehr gefunden hat. Außerdem fehlte durch das zu Hause sitzen der Input. Schreibt ist kreativ und Kreativität lebt davon, gefüttert zu werden.


Wie sieht deine Zukunftsplanung aus? Können wir uns auf Neuerscheinungen freuen?

Dieses Jahr konnte ich einen weiteren Schritt in meiner Karriere gehen – ich bin bei einer Agentur! Darüber freue ich mich sehr. Das bedeutet aber leider auch eine längere Wartezeit, bis mein nächstes Buch rauskommt. Das Manuskript ist bereits fertig, aber bis Verlage es sichten können und dann auch noch Programmplätze frei sind, kann dauern. Diese Lücke ist natürlich schade, aber ziemlich wahrscheinlich erscheint Ende 2022 ein gaaaaanz anderes Projekt von mir, über das ich noch nichts verraten darf...


Wofür bist du dankbar?

Ich bin unendlich dankbar, dass sich niemand aus meiner Familie mit Corona infiziert hat.


Deine schönste Erinnerung aus 2020?

Wir durften letztes Jahr unsere Wohnung mit der Nachbarwohnung zusammenlegen und zu einer großen verbinden. Die Bauarbeiten haben richtig viel Spaß gemacht und bergen sehr viele schöne Erinnerungen!


Welchen deiner Charaktere würdest du gerne mal begegnen?

Uff. Schwer. Ich mag ja alle. Vermutlich Victoria aus Seelenschnitte.


Was ist das Verrückteste was du jemals getan hast?

Bücher publiziert 😉


Hast du ein literarisches Vorbild?

Nicht direkt. Jedes Buch, das man als Autor*in liest bereichert das eigene Schaffen. Aber die Bücher von Tarryn Fisher haben mich dazu gebracht, mehr aus meinem Inneren preiszugeben. Nicht nur von dem Hellen, sondern auch von dem Dunklen.


Wie würdest du deinen perfekten Tag beschreiben?

Momentan hätte ich richtig Lust irgendwo im Urlaub zu sein, morgens aufzustehen und mich an den Pool zu legen, was sehr verrückt ist, weil das überhaupt nicht meine Art ist. Da sieht man mal, was die letzten Wochen aus einem gemacht haben.


Welches Buch würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ähhhhh.......alle?


Schreibblockade. Wie gehst du damit um?

Schreiben. Schreiben. Schreiben. Immer weiterschreiben. Ist nicht schlimm wenn es scheiße ist, Hauptsache die Finger bewegen sich. Überarbeiten und löschen kann man immer.


Hand aufs Herz. Was hasst du am Autorenleben?

Nicht direkt hassen, aber die finanzielle Ungewissheit schlaucht manchmal.


Was möchtest du deinen Lesern mit auf dem Weg geben?

"Danke" und "ich bin froh, dass es euch gibt", klingt immer so platt, aber letztendlich könnte ich nicht tun, was ich liebe, wenn es niemanden gäbe, der meine Bücher kaufen und lesen würde. Daher verdanke ich es euch, dass ich meinen Traumjob ausüben kann und dieses Glück wiegt eine Menge <3


Für welches Genre würdest du nicht schreiben?

Wissenschaftliche Sachbücher! 😉 Wenn mir die Idee zu einer Geschichte kommt, dann achte ich erst einmal nicht so sehr auf das Genre, von daher ist alles drin und ich würde nichts ausschließen.

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