• Maxi✹Buchsinn

Autoreninterview mit Chris Livina


Fangen wir mit etwas Leichtem an, stell dich doch einfach mal in 5 SĂ€tzen vor.


Hallo, ich bin Chris.🌾 Ich bin nebenberuflich Autorin und betreibe hauptberuflich ein kleines, herziges Bed&Breakfast in der schönen Voreifel, die gerade heillos ĂŒberschwemmt ist. In meiner Freizeit höre ich gern die Beatles, wĂ€hrend ich stĂ€ndig neue DIY Projekte wie nĂ€hen, stricken, töpfern, Seife sieden etc. ausprobiere. Ich liebe das geschriebene Wort und kann stundenlang an Formulierungen basteln, bis sie mir als schön genug fĂŒr den Leser erscheinen. Meine Leser bedeuten mir alles und ich wĂŒnsche mir, dass ich ihre Herzen berĂŒhren kann mit meinen Texten.


Wie kommst du auf die Ideen, die schlussendlich zu deinen BĂŒchern fĂŒhren?


Ich lasse gerne winzig kleine Sachen auf mich wirken, zum Beispiel kann ich mehrere Minuten auf einen Schmetterling starren und darauf warten, dass er seine FlĂŒgel entfaltet. Oder wie eine ÖlpfĂŒtze in Regenbogenfarben schillert. Bei meinem neuen Buch hat mich das Bild eines Jungen inspiriert - als ich seine TĂ€towierungen sah, kannte ich seine Geschichte!


Wann war fĂŒr dich der Zeitpunkt gekommen, aus einem Hobby heraus professionell zu schreiben?


Vor zwei Jahren. Das heißt, Schriftstellerin bin ich ja nicht, da das Schreiben bisher nur eine brotlose Kunst fĂŒr mich ist.


Übst du hauptberuflich einen weiteren Job aus?


Ja, ich bin stolze Besitzerin eines Bed&Breakfasts am Eifelrand. Eigentlich bin ich Kindertherapeutin, musste aber aus privaten GrĂŒnden wechseln.


Wie sehr hat sich dein Leben nach der Veröffentlichung deines ersten Buches geÀndert?


Oh, unglaublich. Hier auf Bookstagram wurde ich auf einmal ziemlich gehyped, wohl weil das Cover meines Buches wohl so heraus sticht. Ich bekam Unmengen Fangeschenke- das ist schön, aber auch beĂ€ngstigend, wenn Leute plötzlich herausbekommen, wo du wohnst, um dir zu huldigen 😂 meinen Facebook Account musste ich wegen anzĂŒglichen Nachrichten schliessen. Ein bisschen Ruhm tut sicher der Seele gut, aber das fame sein hat auch Schattenseiten.


Wie sieht dein Alltag aus? Du musst doch sicherlich einiges unter einen Hut bekommen?


Da ich zweifache Mutter bin, dreht sich natĂŒrlich in erster Linie alles um die Kids, dann um mein GeschĂ€ft und ich kĂŒmmere mich auch um HilfsbedĂŒrftige Angehörige. In meinen Schreibphasen kann ich sehr zielorientiert sein, wenn es fliesst, kann ich 10 Stunden am StĂŒck schreiben und merke nur Lust und Entflammtsein fĂŒr die Story. Aber der Alltag spielt mir natĂŒrlich immer viel rein. Manchmal wĂŒrde ich mich gern wochenlang einschließen und nur noch schreiben- und Kaffee trinken!


Wie sieht deine Zukunftsplanung aus? Können wir uns auf Neuerscheinungen freuen?


Ja! Ihr dĂŒrft Euch auf neue BĂŒcher freuen. Der Folgeband von „Am liebsten barfuß“ ist gerade im zweiten Lektoratsdurchgang. Und mein frisch beendeter Urban Fantasyroman steht auch in den Startlöchern.


WofĂŒr bist du dankbar?


Oh fĂŒr nahezu alles. FĂŒr mein erfĂŒlltes Leben, meine stabile Gesundheit, meine zauberhaften Kinder, meine starkmachenden Freunde, dass ich in einem sicheren Land lebe und ein so schönes Zuhause haben darf, warm und weich schlafen kann. Und ich bin auch dankbar, dass so viele Menschen da draussen an mich glauben und meine Arbeit als Autorin so dermaßen fördern.


Deine schönste Erinnerung aus 2020?


Ich geniesse abendliche Strassenmusik bei lauschiger Beleuchtung in Cannes, SĂŒdfrankreich.


Welchen deiner Charaktere wĂŒrdest du gerne mal begegnen?


Joel aus „Am liebsten barfuß“, er ist mir im Wesen unglaublich Ă€hnlich.


Was ist das VerrĂŒckteste was du jemals getan hast?


Ich bin mal in einen eiskalten See gesprungen bei 8 Grad, die anderen standen nur dabei und dachten wohl, ich spinne. Und ich habe meine Tochter oft im Schlafanzug zur Schule gefahren und mich erst danach angezogen (was soll der Stress 😂)


Hast du ein literarisches Vorbild?


Ja. Jonathan Stroud, Oscar Wilde und Michael Ende.


Wie wĂŒrdest du deinen perfekten Tag beschreiben?


Ich wache auf den Fidschi Inseln auf. Ich esse ein paar tropische FrĂŒchte und springe in die klaren Fluten, um nach Herzenslust zu schnorcheln. Danach döse ich eine Weile mit einem zerlöcherten Strohhut auf dem Gesicht in der HĂ€ngematte. Nach einem weiteren Schnochelgang schreibe ich bis zum Sonnenuntergang. Dann bekomme ich ein fantastisches Abendessen serviert, das ich natĂŒrlich nicht selbst zubereiten muss. Der Tag klingt mit CafĂ© del Mar und alkoholfreien Cocktails aus, vielleicht kommt eine Freundin oder ein Freund vorbei und wir quatschen, lehnen uns aneinander, lassen die FĂŒĂŸe im klaren Wasser baumeln und planen zusammen, dass wir morgen einen verwunschenen Tempel ansehen wollen (...)


Welches Buch wĂŒrdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?


Ronja RĂ€ubertochter. Ich kenne keine andere Geschichte, die mich so intensiv berĂŒhrt hat.


Schreibblockade. Wie gehst du damit um?


Warten. Die Inspiration kommt von selbst, wenn das Gehirn in einen Ruhezustand kommt und der Geist sich frei macht fĂŒr neue Ideen. Im Alltagsstress bin ich oft blockiert, aber wenn ich zur Ruhe komme, gelingt es.


Hand aufs Herz. Was hasst du am Autorenleben?


Das Marketing. Schreiben und Überarbeiten erfĂŒllt mich mit Freude. Aber immer wieder Werbung machen zu mĂŒssen fĂŒr mein Buch, das nervt einfach. Aber ohne finden die Leser ja nicht zu mir.


Was möchtest du deinen Lesern mit auf dem Weg geben?


Habt Spass an Sprache! Freut Euch, wenn der Autor Euch ein sinnliches Leseerlebnis schenkt. Viele von uns zaubern wunderschön poetische Bilder, suchen nach treffenden Worten und schreiben mehrperspektivisch. Geniesst das, viel zu oft werden Texte der Einfachheit halber runter reduziert auf “er sagte, er sagte, er sagte”. Als seien die Leser zu dumm, andere Worte zu begreifen. Diese Tendenz finde ich sehr schade, der Sprachgebrauch verkĂŒmmert.


FĂŒr welches Genre wĂŒrdest du nicht schreiben?


BDSM Romane. Und von mir wird wohl nie ein Buch rauskommen, auf dessen Cover ein Muskeltyp ohne Shirt posiert.

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